Steuerkanzlei Stephanie Kröning
 



Blog

Zeit des Umdenkens

Zeit des Umdenkens

Die letzte Woche hat wohl fast jeden Unternehmer mit viel Sorge, Unsicherheit und Zweifel zurückgelassen. Das sich ausbreitende Virus verunsicherte zunächst die Kapitalmärkte; die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage drohte sich akut zu verschlechtern. Flächendeckende Schließungen von Schulen und Kindertagesstätten sorgten anschließend für einen Engpass seitens der Arbeitnehmer. Hinzu kommen nun weitere Einschränkungen für mittlerweile unzählige Branchen aufgrund von Geschäftsschließungen, Absagen von Veranstaltungen und Lieferengpässen aus dem Ausland. Trotz allem gebe ich nach wie vor und immer wieder den Hinweis: bitte nicht den Optimismus verlieren! Es werden staatliche Hilfen auf den Weg gebracht - mittlerweile sind sämtliche Websites der Bundes- und Landesministerien mit brauchbaren Hinweisen gefüllt. Weiterhin sollte ein jeder Unternehmer seinen eigenen -unabhängigen- Krisenplan parat haben. Welche Rücklagen habe ich? Kann ich mein Geschäftsmodell anpassen? Welche Kunden brechen weg? Wer könnte meine Hilfe benötigen? Kann ich meine Arbeitsweise anpassen? Wie flexibel bin ich? Und natürlich nicht zu vergessen: Benötige und erhalte ich staatliche Hilfe? Ich habe in der vergangenen Woche so einige Aha-Erlebnisse begleitet. Ohne die jetzige Situation schönreden zu wollen - mein Tipp: die Auffrischung des Businessplans kann so einige Ideen herbeiführen. In diesem Sinne: positiv denken - gemeinsam schaffen wir das!

18.03.2020

Steuerliche Liquiditätshilfen

Steuerliche Liquiditätshilfen

Die Corona-Krise hat große Auswirkungen auf das Gesundheitssystem und die Wirtschaft. Beide Ebenen müssen nun möglichst aufrechterhalten werden. Für Ersteres wurden nun weitestgehend die Schließungen von Schulen und Kindergärten angeordnet. Nun muss dringend der Part für die Wirtschaft folgen. Ein großer Teil der Arbeitsleistung vieler Unternehmen bricht weg. Absatzmärkte vieler Branchen sind bereits in den vergangenen Tagen und Wochen eingebrochen. Nun heißt es für viele Unternehmer: Sofortmaßnahmen ergreifen, um die Liquidität aufrechtzuerhalten. Das Bundesfinanzministerium arbeitet bereits seit einigen Tagen an einem milliardenschweren Hilfspaket für Unternehmen, um deren Existenznot abzuwenden. Hierzu gehören unter anderem: - Der vereinfachte Zugang zu Kurzarbeitergeld und Krediten - Der Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen bei Steuerschulden - Die Gewährung von Steuerstundungen sowie die vereinfachte Anpassungsmöglichkeit von Steuervorauszahlungen. Weitere Maßnahmen (Steuererleichterungen) sind zu erwarten und wurden bereits in vergangenen Wochen angekündigt.

13.03.2020

BWA lesen und verstehen

BWA lesen und verstehen

Wo geht die Reise hin? Auch wenn die BWA mir lediglich Aussagen darüber liefert, was bereits der Vergangenheit angehört, ist sie ein wichtiges Instrument für die weiterführende Planung des Unternehmers. Wer die Kostenrechnung scheut, kann anhand dieser Auswertung zumindest erkennen, welche Entwicklungen sich in den vergangenen Monaten ergeben haben und diese Erkenntnisse idealerweise in die Zukunft umsetzen. Hierfür ist jedoch ein grundlegendes Verständnis der Auswertung von Vorteil. Die BWA liefert Aussagen zu der unterjährigen Entwicklung sowie der Kostenstruktur des Unternehmens. Hieraus kann abgeleitet werden, welche meiner Maßnahmen sich in welcher Höhe auf den unternehmerischen Erfolg auswirken. Sowohl positive als auch negative Entwicklungen sollten hinterfragt werden. Hierfür ist es wichtig, eine Unterteilung vorzunehmen. Jegliche Komponenten sollten für sich sowie im Zusammenhang betrachtet werden: die Umsätze, die Bestandsveränderungen, sowie die jeweiligen Kostengruppen und -Arten. Sollten sich hieraus Unklarheiten ergeben, sollte dies dem Steuerberater kommuniziert werden. Kein Unternehmen gleicht dem anderen, in vielen Fällen sind individuelle Anpassungen für die gewünschte Aussagekraft notwendig. Auch in den turbulenten Zeiten gilt bei Erhalt der BWA: erst hinterfragen, dann ablegen!

09.03.2020

Kriterien für den Firmensitz

Kriterien für den Firmensitz

Sehr häufig erhalte ich die Anfrage hinsichtlich der Wahl des optimalen Firmensitzes in Bezug auf den Gewerbesteuerhebesatz. Vorweg:im Gegensatz zu dem Messbetrag - welcher gewinnbasierend von dem Finanzamt festgestellt wird - wird der Hebesatz und damit die tatsächliche Steuerlast durch die jeweilige Gemeinde in individueller Höhe festgesetzt. Die Abweichungen jeweiliger Steuerbelastungen können gravierend ausfallen. Hier muss dennoch ganz klar differenziert werden: wie hoch verhält sich überhaupt die tatsächliche Belastung der Gewerbesteuer? Einzelunternehmer und natürliche Personen als Gesellschafter einer Personengesellschaft können die Einkommensteuerlast durch Anrechnung der Gewerbesteuer senken. Möglicherweise besteht diese Möglichkeit künftig auch für juristische Personen - in Form einer Anrechnung auf die Körperschaftsteuer. Bisherige Reformpläne bezüglich der Unternehmenssteuern sehen dies zumindest vor. Die viel wichtigere Frage ist jedoch: überwiegen steuerliche Vor- oder Nachteile gegenüber den betriebswirtschaftlichen Faktoren? Eine Standortwahl sollte also gründlich und in sämtlichen (!) Argumenten durchdacht sein. Fazit: Es sollte hinterfragt werden, ob die Gewerbesteuer tatsächlich „belastet“. Weiterhin ist diese Belastung den jeweiligen Nutzenfaktoren gegenüberzustellen. Dieses Vorgehen lässt eine realistische Beurteilung der Eignung eines Standortes als Firmensitz zu.

07.03.2020

Der Progressionsvorbehalt

Der Progressionsvorbehalt

Bei vielen Arbeitnehmern gilt die Einkommensteuer bereits durch Abzug der Lohnsteuer als abgegolten. Wie kürzlich beschrieben, gibt es aber auch hiervon Ausnahmen. Nicht selten verdanken wir dies der Progression unseres Steuertarifs. Je höher sich das Einkommen bemisst, desto mehr Steuern fallen an. Das klingt zunächst logisch. Anders als es bei dem linearen Steuersatz allerdings der Fall ist, steigt mit höherem Einkommen nicht nur die Bemessungsgrundlage, sondern auch der Steuersatz. Die Belastung steigt damit mehrfach an. Umgekehrt also sollen Begünstigungen wie etwa Steuerbefreiungen nicht mehrfach gewährt werden. Im Falle eines Kurzarbeitergeldes wird dieses aufgrund der Steuerbefreiung dem zu versteuernden Einkommen nicht hinzugerechnet. Das hieße zunächst: weniger Einkommen + geringerer Steuersatz. Um dieses doppelte Vergnügen zu vermeiden, wird in einer Nebenrechnung der Durchschnittssteuersatz aller Einkünfte zuzüglich steuerfreier Einnahmen ermittelt. Dieser Steuersatz bestimmt die tatsächliche Steuerschuld. Betroffene Arbeitnehmer müssen diese Korrektur an Jahresende in Form einer Einkommensteuererklärung vornehmen. Je nach Ausgang der dieswöchigen Verhandlungen über ein mögliches Konjunkturpaket könnte dies dann auch häufiger zum Tragen kommen.

02.03.2020

Das Homeoffice - steuerliche Betrachtung

Das Homeoffice - steuerliche Betrachtung

Wer kann ein Homeoffice steuerlich geltend machen? Ein nach wie vor noch verbreitetes Klischee spricht dieses Privileg nur den Lehrerberufen zu. Es hat allerdings ein Umdenken stattgefunden - das Homeoffice gewinnt an Beliebtheit. Man sollte folglich das Prüfschema im Hinterkopf behalten: 1. Bildet das Arbeitszimmer den Mittelpunkt meiner beruflichen Aktivitäten? 2. Steht -zumindest zeitweise- kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung? Wer allein den Punkt zwei positiv beantworten kann, darf sich zumindest eines begrenzten Ansatzrechts erfreuen. Interessant ist dieses Thema unter anderem für Arbeitnehmer in längerer Vorbereitung auf berufliche Examen.

24.02.2020

Digitalisierung

Digitalisierung

Begriffe wie E-Bilanz, GOBD, digitale Schnittstellen, Datenfernübertragung haben sich in den letzten Jahren zunehmend in den Steueralltag eingeschlichen. In der steuerlichen Gesetzgebung werden „Digitalmuffel“ nur noch in Härtefällen akzeptiert. Die digitale Vernetzung sämtlicher Institutionen und schlussendlich des Steuerzahlers stößt verständlicherweise auf Kritik. Wir sollten dies aber nicht als lästige Pflicht betrachten, sondern die Vorzüge der digitalen Entwicklung betrachten. Ich selbst genieße die zahlreichen Vorteile der Digitalisierung. Die Schubladen, Ordner und Fächer sind nur noch in meiner digitalen Welt zu finden und in Sekundenschnelle überblickt. Das steigert nicht nur meine Produktivität , sondern auch die räumliche Unabhängigkeit. Sätze wie: „Das habe ich im Büro vergessen.“ gehören der Vergangenheit an. Räumliche Entfernungen zwischen mir und dem Mandanten sind damit keine Hindernisse. Ein weiterer, sehr wichtiger Faktor der digitalen Zusammenarbeit: Nachträgliche Sortierarbeiten, zeitaufwendige Blätterei, abtippen von Informationen sind ebenfalls passé. Fazit: mehr Zeit für Kopfarbeit! Ich kann meine Zeit wertvoller nutzen und spare zudem einiges an Papier.

19.02.2020

§ 146a AO

§ 146a AO

Passend zum Montagmorgen greife ich heute ein ziemlich unangenehmes Thema für alle Betroffenen auf: den neuen § 146a der Abgabenordnung - oder, für viele ein sicher bekannterer Begriff: die Bonpflicht in Verbindung mit der bis zum Ablauf des dritten Quartals geforderte Nachrüstung von Kassensystemen. Letzteres Thema ist ein Spagat zwischen verschiedenen Beteiligten. Wie die Finanzverwaltung muss sich auch der Steuerpflichtige bzw. der Steuerberater mit technischen Experten auseinandersetzen. Das ist in den meisten Fällen -hoffentlich- der Hersteller bzw. Veräußerer der jeweiligen Kassen. Während viele Steuerpflichtige schon die Hausaufgaben einer technisch zertifizierten Sicherheitseinrichtung zur geforderten Frist zum 01.01.2020 erledigt haben, warten viele weitere noch auf die Gelegenheit der Aufrüstung. Hierfür gibt es glücklicherweise eine Nichtbeanstandung bis zum 30.09.2020. Im Fokus der Nachrüstung stehen: - Welche Art von elektronischem Aufzeichnungssystem liegt vor? (Stichwort: weitere Übergangsfrist ) - Wie können die Daten exportiert werden? - Welches Speichermedium soll verwendet werden? - Wie werden Geschäftsvorfälle protokolliert? - Was ist bei dem Ausfall der Sicherheitseinrichtung zu tun? - Bin ich meiner Mitteilungspflicht gegenüber dem Finanzamt nachgekommen? Sofern der Hersteller die Aufrüstung des Kassensystems nicht gewährleisten kann, gibt es unter weiteren Voraussetzungen eine Aufschubfrist bis zum 31.12.2022. Dies hängt von dem Anschaffungszeitraum sowie von dem Typ der Kasse ab. Zur Bonpflicht : diese gilt bereits seit Jahresbeginn - hierfür gab es keinen Aufschub. Jedoch kann in gewissen Härtefällen eine Befreiung hiervon beantragt werden. Um unangenehme Überraschungen bei der Betriebsprüfung zu vermeiden, empfehle ich, das Thema mit höchster Priorität zu behandeln. Die Umsetzung mit der geforderten Liebe zum Detail erfordert einiges an Zeit.

17.02.2020

Antragsveranlagung

Antragsveranlagung

Arbeitnehmer ohne „besondere“ steuerliche Merkmale sind nicht verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Hier nämlich tritt die im § 46 EStG bestimmte abgeltende Wirkung der Lohnsteuer ein. Das Verfahren des Lohnsteuerabzugs trägt bereits durch die Berücksichtigung der individuellen Merkmale zur annähernden Tilgung der tatsächlichen Steuerschuld bei. Gleiche Vorschrift regelt auch einige Ausnahmen, wie etwa (beispielsweise) das Vorliegen weiterer Einkünfte oder Entgeltgeltersatzleistungen von mehr als 410 EUR , den Bezug von Arbeitslohn mehrerer Arbeitgeber, bei Ehegatten im Falle der Steuerklassenwahl III/V bzw. IV mit Faktor. Wer von der Last der Abgabe einer Einkommensteuererklärung befreit ist, sollte trotzdem abwägen: 1. Sind im jeweiligen Zeitraum hohe Aufwendungen entstanden? 2. Finden diese Aufwendungen steuerliche Berücksichtigung? Letztere Frage ist häufig nicht bekannt, so dass unbemerkt das Potential hoher steuerlicher Erstattungen nicht erkannt wird. Neben den Werbungskosten fallen hierunter eine Vielzahl weiterer Kategorien, wie der „kurze“ beispielhafte Überblick zeigen soll. Im Falle der freiwilligen Steuererklärung ist die Festsetzungsfrist von 4 Jahren zu beachten. Weiter zurück geht es in diesem Falle nicht.

13.02.2020

Neues zur Nettoentgeltoptimierung

Neues zur Nettoentgeltoptimierung

Die Freude einer Gehaltserhöhung wird meist nachträglich durch die ernüchternde Erkenntnis über hohe Steuern und Abgaben getrübt. Kein Wunder also, dass mittlerweile mehr Arbeitgeber auf den Zug der Nettoentgeltoptimierung aufspringen. Das Einkommensteuergesetz bietet zahlreiche Anreize in Form von Steuervergünstigungen, welche leider viel zu häufig ungenutzt bleiben. Die aktuellen Steuernachrichten sind nicht unwesentlich daran beteiligt. Zunächst wurden Geldsurrogate in Form von Gutscheinen aufgegriffen. Steuerlich begünstigt sind hier nur Sachbezüge, welche nun im Einkommensteuergesetz schärfer definiert wurden. Weiterhin wurde - entgegen einer erfreulichen BFH-Rechtsprechung - vom BMF klar definiert, wann eine zusätzlich zum Arbeitslohn geschuldete Leistung des Arbeitgebers vorliegt. Diese soll 1. nicht auf den Anspruch auf Arbeitslohn angerechnet werden, 2. nicht dazu führen, dass der Anspruch auf Arbeitslohn herabgesetzt wird, 3. nicht anstelle einer bereits vereinbarten Arbeitslohnerhöhung gewährt wird, 4. bei Wegfall nicht durch Arbeitslohn ersetzt wird. Weiterhin wurde das Modell der Fahrzeugwerbung für den Arbeitgeber angegriffen. Das FG Münster hat entschieden, dass der unscheinbare - wohl aber gegen Vergütung - mit Werbung bedruckte Kennzeichenhalter des Arbeitnehmerfahrzeuges als Arbeitslohn einzustufen sind. Die steuerfreie Zahlung von 255 EUR ist in diesem Falle nicht möglich. Bei dieser Win-Win Situation von Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist es erforderlich, dass das Mietverhältnis der Werbefläche im Vordergrund steht. Dies muss zudem konkret vertraglich festgehalten sein. Das Urteil ist wenig überraschend, lässt aber folgenden Fazit ziehen: Steuervorteile sollten genutzt werden - aber durchdacht. Eine Anrufungsauskunft bei dem zuständigen Finanzamt gibt im Zweifel übrigens Klarheit.

11.02.2020

Liebhaberei

Liebhaberei

„Das Hobby zum Beruf machen“ ist ein nicht seltener Wunsch. Fraglich ist nur, ob sich hierbei reelle Gewinne realisieren lassen. Wer nun auf das Trostpflaster der steuerlichen Verlustverrechnung wettet, sollte auf Folgendes Acht geben: Die Betätigung des Steuerpflichtigen ohne Gewinnerzielungsabsicht schließt eine solche Verrechnung aus. Hier wird von einer sogenannten Liebhaberei ausgegangen. Diese liegt vor, wenn: objektive Beweisanzeichen gegen eine dauerhafte Gewinnerzielung sprechen (fehlende Eignung der Einkünfteerzielung) und eine subjektive Gewinnerzielungsabsicht nicht nachweisbar ist (kein schlüssiges Betriebskonzept, persönliche Neigungen im Vordergrund). Die Folge: der Betrieb ist steuerlich irrelevant, quasi unsichtbar. Das Vorliegen von Anfangsverlusten führt nicht automatisch zur Annahme eines Liebhabereibetriebs. Hier können ein betriebswirtschaftlich schlüssiges Konzept sowie eine Totalgewinnprognose (positive Einkünfte während der Bestehensdauer des Unternehmens) bereits das erforderliche Gegenargument liefern. In NRW ist dieses Thema übrigens der Dauerbrenner bei Betriebsprüfungen. So viel zur Einkommensteuer. Für die Umsatzsteuer gilt: der Betrieb bleibt zumeist sichtbar. Für die Unternehmereigenschaft im umsatzsteuerlichen Sinne ist keine Gewinnerzielungsabsicht notwendig. Noch Fragen?

09.02.2020

Reihengeschäfte

Reihengeschäfte

Was sind Reihengeschäfte und warum müssen diese unbedingt dem Steuerberater kommuniziert werden? Ein geläufiger Fall: der Unternehmer hat eine bestimmte Ware nicht vorrätig, kann den Kunden demnach nicht unmittelbar beliefern. Der Lieferant wird kontaktiert - dieser liefert nun direkt an die Adresse dieses Kunden. Der Unternehmer befindet sich wortwörtlich inmitten eines Reihengeschäftes: sämtliche Umsatzgeschäfte beziehen sich auf denselben Liefergegenstand. Wo liegt das Problem? Meist führen unentdeckte Reihengeschäfte zu unerfreulichen Steuernachzahlungen. Der gleiche Lieferprozess, die gleiche Lieferkette kann nun zahlreiche umsatzsteuerliche Facetten annehmen. Ausschlaggebend ist, wer die Beförderung/Versendung tatsächlich veranlasst. Unser Unternehmer kann nun mit seiner gewohnten Rechnungslegung goldrichtig liegen. In manchen Fällen -mit Auslandsbezug- ist auch eine Registrierung und Abführung der Umsatzsteuer im Ausland notwendig. Hier sollte man definitiv seinen Telefonjoker (Steuerberater) einsetzen, um Schäden vorzeitig abzuwenden!

06.02.2020

Steuer auf Kaffeebecher

Steuer auf Kaffeebecher

Die Universitätsstadt Tübingen führt eine neue Lenkungssteuer ein: statt eines generellen Verbotes soll ab dem 01.01.2021 eine Steuer den Verbrauch von Einwegverpackungen regulieren. Diese soll sich auf 50 Cent je Kaffeebecher bzw. je Einwegschale und auf 20 Cent für Einwegbesteck belaufen. Hiermit sollen Anreize geschaffen werden, nachhaltigere Produkte bzw. Verpackungen zu konsumieren. Auswirkungen hat dies jedoch auch auf den Händler und selbstverständlich auf dessen Preise. Spannend bleibt also, wie dieses Projekt tatsächlich umgesetzt wird und welche Städte auf den Zug aufspringen.

04.02.2020

Der Brexit

Der Brexit

Seit heute darf sich Großbritannien offiziell als Drittstaat bezeichnen. Dies hat steuerrechtlich eine besondere Relevanz, da EU-Sachverhalte aus Sicht des deutschen Steuerrechts deutlich mehr Vorteile genießen, als solche sogenannter Drittländer. Was passiert mit all den Steuerpflichtigen der EU, welche quasi über Nacht -jedoch fiktiv- in das Drittland verzogen sind? Hier soll das Brexit-Steuerbegleitgesetz Abhilfe schaffen und steuerliche Nachteile verhindern. Eine sofortige Versteuerung von „ausgelagerten“ Wirtschaftsgütern oder gar Betrieben -aufgrund des Brexits- soll hierbei vermieden werden. Es sind allerdings nicht lediglich ertragssteuerliche Belange von Bedeutung. Im Umsatzsteuerrecht werden in Bezug auf das Vereinigte Königreich innergemeinschaftliche Transaktionen zu Einfuhren bzw. Ausfuhren. Im Verlauf der Übergangsphase bis zum 31.12.2020 wird Großbritannien weiterhin als Unionsgebiet behandelt: Geschäftsbeziehungen im Vereinigten Königreich sollten dennoch zeitnahe auf den Prüfstand gestellt werden.

01.02.2020

Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlagen

Die aktuelle Entwicklung der Strompreise sowie das wachsende Bewusstsein für die Umwelt führt viele Haushalte zur Investition in erneuerbare Energien. Eine beliebte Anschaffung ist die Photovoltaikanlage. Steuerlich ist hierbei zu beachten: auch der Privathaushalt erzielt aufgrund des Betriebes der PV-Anlage Einkünfte aus Gewerbebetrieb . Weiterhin wird der Betreiber dieser Anlage ein Unternehmer im Sinne der Umsatzsteuer. Im Einzelfall sollte die Planung einer solchen Investition hinsichtlich der finanziellen Einzelheiten stets unter Berücksichtigung der Besteuerung erfolgen. Dies betrifft sowohl die Einkommensteuer als auch die Umsatzsteuer . Fragen hierzu beantworte ich wie immer gern.

28.01.2020

Ehegatten im Steuerrecht

Ehegatten im Steuerrecht

Passend zum heutigen, nicht ganz so kuriosen US-Amerikanischen Feiertag (spouses day), sollte der Eine oder Andere über das Heiraten sinnieren. Rein steuerlich betrachtet, gibt es einige Vorteile. Eine beispielhafte Übersicht , quer durch sämtliche Steuerarten : Einkommensteuer : Ganz klar - das Ehegattensplitting , was die Abminderung der Steuerprogression bewirkt. Lohnsteuer -als unterjährige Form der Einkommensteuer: die Kombination verschiedener Steuerklassen verschafft möglicherweise einen unterjährigen, finanziellen Vorteil. Schenkungsteuer : der Ehegatte profitiert von einem deutlich höheren Freibetrag . Erbschaftsteuer : Zusätzlich zu dem persönlichen Freibetrag kann der Freibetrag zur Versorgung geltend gemacht werden. Grunderwerbssteuer : ein Grundstück kann durch Eheleute steuerfrei erworben werden. Diese Aufzählung bietet nur einen groben Überblick. Bei Rückfragen reicht wie immer eine kurze Nachricht.

26.01.2020

Umkehr der Steuerschuldnerschaft

Umkehr der Steuerschuldnerschaft

Der Klassiker bei Betriebsprüfungen : die nicht erkannte Umkehr der Steuerschuldnerschaft . Diese erfolgt nach § 13b des Umsatzsteuergesetzes (UStG ) unter anderem bei Leistungen mit Bezug zum Ausland . Weiterhin sehr häufig anzutreffen ist diese Regelung in der Baubranche. Werden gewisse Bauleistungen an Unternehmen erbracht, welche ihrerseits nachhaltig Bauleistungen erbringen, schuldet eben nicht der leistende Unternehmer, sondern der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer. Betroffen sind also vor allem Subunternehmer / Subunternehmen . Woher wissen wir, ob unser Gegenüber nachhaltig in der Baubranche unterwegs ist? Hiervon darf ausgegangen werden, wenn dieser hierüber eine gültige Bescheinigung des Finanzamts vorlegt (USt 1 TG). Diese verschafft zwar Rechtssicherheit, im Zweifel gilt dennoch: fragen Sie Ihren Steuerberater. Das Reverse - Charge - Verfahren (so wird das Problem beim Namen genannt) ist nämlich, wie eingangs beschrieben, häufiger Übeltäter für böse Überraschungen bei der Betriebsprüfung . Fragen hierzu?

24.01.2020

Sind Urteile rechtverbindlich?

Sind Urteile rechtverbindlich?

Heute mal ein - wie ich finde - spannendes Thema aus der AO / FGO . Was bedeuten Urteile des BFH für mich als Steuerpflichtigen mit ähnlich gelagerten Fall? Grundsätzlich gilt zunächst: nach dem Urteil ist vor dem Urteil - zumindest für die „Außenstehenden“ bzw. vergleichbare Fälle. Die Finanzverwaltung ist zunächst nicht an dieses Urteil gebunden, was ähnliche Fälle betrifft. Es bleibt damit spannend, ob das Urteil im Bundessteuerblatt (BStBl) Teil II veröffentlicht wird. Hiermit wird das Finanzamt angewiesen, die Entscheidung auch in ähnlichen Fällen anzuwenden. Gegenteilig hierzu ist aber auch die Veröffentlichung eines Nichtanwendungserlasses denkbar. Hier soll dann gerade nicht im Sinne der Entscheidung gehandelt werden. In diesem Fall bleibt dann dem benachteiligten Steuerpflichtigen nur die eigene Klage .

21.01.2020

Kurioses aus dem Umsatzsteuerrecht

Kurioses aus dem Umsatzsteuerrecht

Heute mal amüsante Kuriositäten aus dem Steuerrecht : Der Umsatzsteuersatz einer Bäckereiware hängt bekanntlich davon ab, ob man 1. die Ware mitnimmt, oder 2. diese vor Ort verzehrt. Hier spielt die Beurteilung von Lieferung oder sonstiger Leistung eine Rolle. Aber aufgepasst, wenn es ein Kaffee sein soll: hier ist noch einmal zu unterscheiden, ob der Milchanteil die magische Grenze von 75%: 3. überschreitet, oder 4. unterschreitet. Im Gegensatz zu dem prominenten Tannenbaumbeispiel bewegen wir uns glücklicherweise nur zwischen den Steuersätzen von 7% bzw. 19.%.

19.01.2020

Kettenschenkungen

Kettenschenkungen

Verschenkt eine Person A Vermögen an eine Person B, welche wiederum dieses an eine Person C weiterverschenkt, ist von einer Kettenschenkung die Rede. Wir kommen also zum gleichen Ergebnis, als würde A direkt an C verschenken⁉️ Glaubt man. Steuerlich sind dies nämlich zwei grundverschiedene Ansatzpunkte. Die Kettenschenkung wird gern zur Optimierung der Steuerfreibeträge angewandt. Ein Grund: für nähere Verwandtschaftsverhältnisse gibt es höhere Freibeträge. Diese Art von Gestaltung wird natürlich sehr argwöhnisch von der Finanzverwaltung aufgenommen. Aktuell hat jedoch das Finanzgericht Hamburg steuerzahlerfreundlich entschieden. Im Urteilsfall wurde eine Immobilie von der Großmutter an die Mutter verschenkt. Aufgrund testamentarischer Anordnung von Oma verschenkt die Mutter die Immobilie zugleich an die Tochter. Das Finanzamt unterstellte die Schenkung von Oma an Enkeltochter. Denn: Oma hätte auch direkt an den Enkel schenken können. Hier wäre jedoch ein geringerer Freibetrag und eine höhere Steuer entstanden. Das Finanzgericht entschied, dass die Kettenschenkung unschädlich erfüllt sei. Dies ist ein erfreuliches Urteil, auch wenn dieses Verfahren nicht in jedem Falle empfehlenswert ist. Grundsätzlich aber gilt: Wer Immobilien besitzt, sollte sich frühzeitig mit der steuerlich optimalen Variante einer Übertragung innerhalb der Familie befassen. Denn: für Erbschaften werden nicht selten erhebliche Steuerzahlungen fällig.

08.01.2020

Der Kleinunternehmer

Der Kleinunternehmer

Die umsatzsteuerliche Kleinunternehmergrenze (seit dem 1.1.2020: 22.000 EUR/Vorjahr) wurde überschritten - was bedeutet das für den Unternehmer? Fortan ist die Umsatzsteuer abzuführen. Diesen Zeitpunkt möchten viele Unternehmer aufschieben. Dies ist häufig unbegründet. Abgesehen vom erfreulichen Wachstum, das überhaupt erst über die Umsatzschwelle führt, gibt es zahlreiche weitere Vorteile der Regelbesteuerung. Neben den lohnenswerteren Investitionen sind günstigere Preiskalkulationen und die Verbesserung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit denkbar. Auch im geringeren Umsatzbereich sollten sowohl die Inanspruchnahme als auch der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung gegeneinander abgewogen werden. Häufig gelangt man hier bereits zu überraschenden Ergebnissen.

06.01.2020

 
 
E-Mail
Anruf
Karte
Infos